Beratungs- und Aktionszentrum in Friedland

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initiativen:

Beratungs- und Aktionszentrum in Friedland


Im Erstaufnahmelager Friedland leben derzeit ca. 500 Flüchtlinge und selbst die Mitarbeiter_innen der Wohlfahrtsverbände klagen, dass sie diese nicht ausreichend auf das Asylverfahren vorbereiten können. So können aus Kapazitätsgründen nicht alle
Asylbewerber_innen ausreichend beraten und informiert werden. Dabei ist die Anhörung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die im Erstaufnahmelager stattfindet, das Kernstück im Asylverfahren. Denn nur wer in der Anhörung seine individuellen Erlebnisse und Fluchtgründe detailliert und „glaubhaft“ vorbringen kann, hat die Chance, dass das Asylgesuch nicht sofort als offensichtlich unbegründet abgelehnt wird.
Verordnungen wie Dublin II, die bestimmt, dass Geflüchtete ihren Asylantrag in dem Land stellen müssen, in dem sie erstmals  den Schengen-Raum betreten haben, stellen zudem weitere Hürden dar. Umso wichtiger ist eine unmittelbare und ausführliche Beratung und Aufklärung über Rechte und Möglichkeiten im Asylverfahren. Um den Beratungsbedarf größtmöglich abzudecken, wollen wir durch unabhängige Asylverfahrensberatung und Anhörungsvorbereitung die Arbeit der ansässigen Wohlfahrtsverbände  ergänzen.

Gesellschaftliche Abschottung

Im Gegensatz zu manch anderen Sammelunterkünften ist das Erstaufnahmelager in Friedland nicht durch Zäune und Stacheldraht unmittelbar sichtbar vom restlichen Ort abgegrenzt. Dies ist jedoch rein historisch bedingt. Gilt Friedland doch immer noch als das sogenannte „Tor zur Freiheit“. Doch Abschottung, Isolation und erschwerter Zugang zu medizinischer Versorgung und sozialen und politischen Netzwerken findet auch in diesem Lager statt. Rudimentäre medizinische Versorgung, fehlende  Treffpunkte außerhalb der Lagerstruktur, Residenzpflicht, kein Internetzugang oder kostspielige Fahrkarten nach Göttingen sind nur einige Beispiele für die Situation im Erstaufnahmelager Friedland.

Wer wir sind

Das geplante Beratungs- und Aktionszentrum ist ein politisches, unabhängiges Projekt mit antirassistischer Ausrichtung. Es hat den Anspruch eines niedrigschwelligen Zugangs für alle. Das heißt, sowohl für Ratsuchende als auch für Menschen die sich unterstützend einbringen oder einfach informieren möchten. Zurzeit engagieren sich in diesem Projekt über 20 Aktivist_innen aus verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen, die zum Teil schon länger in Friedland aktiv sind. 
In dem Beratungs- und Aktionszentrum sollen Geflüchtete und Migrant_innen bei konkreten Fragestellungen und Problemsituationen unterstützt werden. Dabei stehen wir im engen Kontakt und regelmäßigen Austausch mit einer Kanzlei, die sich in Asyl- und Ausländerrecht spezalisiert hat. Unsere Arbeit ist auf die Interessen der Geflüchteten und Migrant_innen ausgerichtet, mit dem Ziel diese durchzusetzen. Dabei ist es uns wichtig, dass die Selbstbestimmung aller Beteiligten geachtet und Berichtetes nicht angezweifelt wird. Das Beratungs- und Aktionszentrum soll ein geschützter Raum sein, in dem Vertrauen aufgebaut werden kann.

Wir wollen einen selbstverwalteten, emanzipatorischen, kontinuierlichen Raum schaffen, in dem sich Menschen regelmäßig oder spontan treffen können, um Kaffee/Tee zu trinken, zu backen, sich auszutauschen, zu informieren und organisieren, kreativ zu werden und und und. Hierzu und auch zur Pflege persönlicher Kontakte der Besucher_innen soll auch ein kostenloser   Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt hat den Anspruch einer direkten Aktionsform, die sich gegen Ausgrenzung und institutionellen Rassismus richtet und eine Vernetzungsplattform darstellen soll.

Was geplant ist

• Asylverfahrensberatung und Vorbereitung auf die Anhörung beim BAMF
• Deutschkurse
• psychologische Erstberatung und Vermittlung an Psychotherapeut_innen
• Zugang zu Strukturen und Kontakte zu Flüchtlingsselbstorganisationen und Unterstützungsorganisationen
• Kontakt zu Rechtsanwält_innen herstellen
• Kontakt zu weiteren Beratungs- und Unterstützungsorganisationen nach dem sogenannten Transfer in die Städte und Kommunen
• Internetcafé
• Kaffee-/Teeküche
• Raum für Kindergeburtstage
• offener Treffpunkt
• Spiele
• Austausch von Informationen, Vernetzung etc.
• Abendprogramm

Kontakt

Verein zur Unterstützung geflüchteter Menschen in der Sammelunterkunft Friedland e. V.

c/o AK Asyl Göttingen
Geismarlandstr. 19
37083 Göttingen

baz-friedland@riseup.net

Für den Aufbau eines Beratungs- und Aktionszentrums wird eine kontinuierliche Finanzierung und Mitarbeit benötigt. Einmalige und regelmäßige Sach- und Geldspenden sowie personelle Unterstützung sind daher erwünscht.

Bankverbindung
Verein zur Unterstützung geflüchteter Menschen in der Sammelunterkunft Friedland e.V.
Konto-NR: 56036528
BLZ: 260 500 01
Sparkasse Göttingen