Roma-Theaterprojekt in der MUSA vom 8.Juli bis 24. September

PROJEKT „ROSENWINKEL"

Weststadtkonferenz Göttingen c/o Kulturzentrum musa e.V. in Kooperation mit dem boat people projekt Göttingen

Wir wissen wenig von ihnen, und das wenige entstammt Bildern aus dem kollektiven Unbewussten, in dem die Roma seit achthundert Jahren einen festen Platz einnehmen – als Volk der Umherziehenden, ohne eigenes Land, mit rauen Sitten und einer mystischen Vergangenheit.

Wie werde ich, was ich bin? Wie sind die Roma zu „den anderen“ geworden? Wir versuchen etwas herauszufinden, über den Rosenwinkel und wie immer über uns selbst. Wir stoßen auf Traditionen, die uns fremd sind, - auf Frauen, die im Rückzug leben -, aber auch auf Fremde, die uns zuweilen vertrauter sind als diejenigen, die wir zu kennen glauben. Vielleicht, weil die Menschen, die wir bisher kennen gelernt haben, ein Gefühl von Nichtzugehörigkeit eint, das uns anzieht.

Es gibt nicht nur die aufgehaltene Hand in der Fußgängerzone, sondern und vor allem offene und interessante Gesichter, bewegende Geschichten und Talente, wunderschöne Lieder, die vom Stolz erzählen. Wir wollen nicht romantisieren, keine bunten Kleider präsentieren, und trotzdem das Spezielle am Gypsy-Sein zeigen. Wir sind Reisende, sagt Kenan Emini, der das Roma-Center in Göttingen leitet. Dass das Reisen nicht immer freiwillig ist, sehen wir an der harten politischen Lage, in der sich leider die meisten Roma befinden. Seit vielen hundert Jahren…
Vielleicht muss man das Trennende verstehen, bevor man das Gemeinsame sieht.

Den Rosenwinkel gibt es in jeder Stadt, Straßen, deren Namen schön klingen, in deren Häusern es aber noch keine Heizungen gibt. In all unseren Projekten versuchen wir zu zeigen, wie unterschiedlich man in ein und derselben Stadt leben kann, immer mit der Hoffnung, etwas zu bewegen.

Premiere am Sonntag 08. Juli 2012, 19:30 Uhr im Haus der Kulturen, Hagenweg 2e (die Musa links liegen lassen, dann hinter den Bahnschienen links) in Göttingen

Es spielen: Izedin Alishani, Esad Behrami, Martina Hesse, Anita Osmani
Text und Regie: Luise Rist und Nina de la Chevallerie
Musik: Hans Kaul
Ausstattung: Reimar de la Chevallerie, Sonja Elena Schroeder
Assistenz: Martin Jurk

Das Projekt steht unter der Trägerschaft der Weststadtkonferenz c/o musa e. V.
Karten sind ab dem ersten Juni erhältlich im Kulturzentrum musa, in der Tourist Info im Alten Rathaus und im Reisebüro Uhlendorff. Kosten 5,- / 8,- Euro

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