Unterschriften für Familie Sardi!

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Die von Abschiebung bedrohte Familie Sardi aus Dransfeld ruft auf zur Unterstützung: lest, unterschreibt, kopiert und verteilt die Unterschriftenlisten, in denen ein Bleiberecht für die Familie gefordert wird!
Das Anschreiben ist in diesem Beitrag dokumentiert, die Unterschriftenliste findet sich pdf-Datei am Ende des Textes


Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

Wir bitten Sie um Ihre Hilfe !

Wir sind ein Ehepaar mit 3 Kindern im Alter von 17, 22 und 27 Jahren. Vor mehr als 15 Jahren sind wir aus unserer Heimat Algerien mit den 3 Kindern geflohen und haben hier in Deutschland um Asyl gebeten.
Obwohl die algerische Botschaft bisher nicht bereit war unsere algerische Staatsbürgerschaft zu bestätigen, befürchten wir nun unsere kurzfristige Abschiebung.

Unser Asylantrag wurde abgelehnt. Seitdem werden wir seit vielen Jahren in Deutschland geduldet.

Da wir nur geduldet werden, haben wir bisher, trotz wiederholter Anträge, keine Arbeitserlaubnis erhalten, um unseren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Stattdessen erhalten wir Sozialleistungen in Form von Gutscheinen und geringfügigem Taschengeld, was uns hier als Menschen 2.Wahl abstempelt.

Unsere Familie ist dennoch sehr dankbar, dass wir nun schon eine so lange Zeit in Deutschland leben dürfen und trotz aller Umstände Schutz gefunden haben.
Doch wir leben seither in ständiger Angst nach Algerien abgeschoben zu werden, weil unsere Aufenthaltsgenehmigung immer nur für 3-6 Monate verlängert wird.

Am 23.1.2008 haben wir nun nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung bis zum 8.2.2008, also nur für 2,5 Wochen, erhalten und wir befürchten, dass auf unsere Familie eine bedrohliche Situation zukommt.

Für mich (Adda) ist die Rückkehr nach Algerien nach wie vor undenkbar.

Wir haben uns hier in Dransfeld in den vielen Jahren sehr gut eingelebt und viele neue Freunde gewonnen. Für uns und insbesondere für unsere Kinder ist Deutschland Heimat geworden. Unsere Kinder haben in Dransfeld Kindergarten und Schule, in Göttingen weiterführende Schulen, besucht.
Sowohl ich als auch Kadda, unser ältester Sohn, durften für kurze Zeit arbeiten, dann wurde die Arbeitserlaubnis wieder zurückgezogen. Kadda hat auch schon mehrfach Ausbildungsplätze nachgewiesen, durfte sie aber nie in Anspruch nehmen.

Ähnlich ergeht es unserem Sohn Abdel. Er macht nun, anstelle einer Ausbildung, seinen erweiterten Realschulabschluss an der VHS in Göttingen. Abdel ist im Alter von 6 Jahren nach Deutschland gekommen. Er hat sich sehr gut in das soziale Leben der Samtgemeinde Dransfeld integriert und sich seit seinem 14. Lebensjahr durch eine Vielzahl von ehrenamtlichen Tätigkeiten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit der Samtgemeinde Dransfeld ausgezeichnet.

Unsere Tochter Fatima lebt seit ihrem ersten Lebensjahr in Deutschland. Sie fühlt sich als Deutsche. Zur Zeit geht sie in Göttingen zur BBS 1 -Berufsfachschule Wirtschaft.
Fatima ist seit ihrem 2. Lebensjahr an Rheuma erkrankt.
Seit einigen Jahren ist sie zudem zuckerkrank, was bereits zu mehreren Krankenhausaufenthalten geführt hat. Die Ärzte führen ihre Erkrankung u.a. auch auf den psychischen Druck unserer Lebenssituation zurück.
Für Fatima wäre die Rückführung nach Algerien nicht nur ein Kulturschock, sondern auch im Hinblick auf ihre medizinische Versorgung eine Katastrophe.

Auch meine Frau und Mutter der Kinder leidet extrem unter unserer Situation und macht sich große Sorgen, insbesondere über die aussichtslose Zukunft der Kinder.

Die aktuelle Drohung einer Abschiebung nach Algerien beunruhigt uns massiv und wir haben große Angst.

Wir wünschen uns nichts sehnlicher als ein sicheres menschenwürdiges und friedliches Leben in Deutschland mit Bleiberecht, damit wir und unsere Kinder eine eigene Existenz und Lebensperspektive aufbauen können.

Wir möchten uns sehr gerne voll in die deutsche Gesellschaft einbringen und sehr gerne durch unsere berufliche und soziale Tätigkeit unsere Dankbarkeit für unseren Aufenthalt in Deutschland zeigen und die sozialen Leistungen, die wir in Anspruch nehmen durften, ausgleichen.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie aus humanitären Gründen mit Ihrer Unterschrift oder einem eigenen Brief unseren Wunsch und Antrag auf Bleiberecht unterstützen würden.

Wir danken Ihnen ganz herzlich

Adda Sardi

AnhangGröße
20080201_brief_und_unterschriftenliste.pdf52.81 KB