25 Jahre Arbeitskreis Asyl – Geschichte wird gemacht!

In diesem Jahr jährt sich die Gründung des Arbeitskreis Asyl zum 25sten Mal. Der „Göttinger Arbeitskreis zur Unterstützung von Asylsuchenden e.V.“ wurde 1982 im Kontext der Auseinandersetzungen um die Schließung der Göttinger Flüchtlingsunterkunft „Hotel Astoria“ gegründet. Seitdem hat der Verein die Entwicklungen und Auseinandersetzungen um flüchtlingspolitische und antirassistische Themen begleitet, sie aufgegriffen und interveniert. Daneben war und ist die Gewährleistung von Beratung und Unterstützung für Flüchtlinge und MigrantInnen stets ein wichtiger Bestandteil der Arbeit gewesen.



[Das Hotel Astoria in der 80er Jahren. Foto: Ak Asyl]

In der Geschichte des Vereins spiegelt sich die Entwicklung der bundesdeutschen Migrations- und Flüchtlingspolitik: Kämpfe gegen die Unterbringung in Sammelunterkünften und Lagern in den achtziger Jahren, rassistische Pogrome und die Abschaffung des Asylrechts Anfang der neunziger Jahre. Ab Mitte der neunziger Jahre wurde die Arbeit immer stärker durch die Selbstorganisierung von Flüchtlingen und Migrant_innen gegen ihre Entrechtung und Abschiebung geprägt: Von der „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrant_innen“ über das öffentliche Kirchenasyl zu den Kampagnen für die „Umverteilung“ von Flüchtlingen aus Bad Grund, die nach einem rassistischen Anschlag auf ihre Unterkunft das Recht auf die freie Wahl des Wohnortes forderten.



[Die „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrant_innen“ in Göttingen1998, Foto: Ak Asyl]

Zu Beginn des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung ist die Arbeit geprägt durch den Protest und Widerstand gegen die Abschiebungen „geduldeter“ Flüchtlinge und Migrant_innen. Mit der Unterstützung des „Arbeitskreises“ gelang es ihnen – den libanesischen Bürgerkriegsflüchtlingen in Northeim, den Flüchtlingen aus dem Kosovo in Göttingen und anderen – die von Vielen solidarisch unterstützte Forderung nach einem generellen Bleiberecht gegen die geplanten Massenabschiebungen in der Region zu setzen. Die aktuelle Debatte ums Bleiberecht zeigt allerdings, dass selbst nach 25 Jahren mehr oder weniger erfolgreicher antirassistischer und flüchtlingspolitischer Arbeit die verdiente Altersruhe noch lange nicht in Sicht ist.



[Februar 2007: Aktionstag für ein dauerhaftes Bleiberecht vor dem Neuen Rathaus in Göttingen, Foto: Ak Asyl]

Das erklärt auch unser Jubiläums-Programm und die Entscheidung für das Motto: „Geschichte wird gemacht!“ Neben der Jubiläumsveranstaltung mit dem Rückblick auf die zurückliegenden 25 Jahre wollen wir den Fokus vor allem auf die Themen und Kämpfe richten, die uns in den nächsten 25 Jahren beschäftigen könnten.

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